Aktuelle Seite Home 725 Jahre Altenbruch

EIN LIEBENSWEHRTER ORT ZWISCHEN ELBE UND NORDSEE


    Verehrte Gäste, liebe Altenbrucherinnen, liebe Altenbrucher,
    wir feiern 2005 in Altenbruch unser 725-jähriges Bestehen.


    Im Jahr 1280 wurde unser Ort Altenbruch zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Es gibt Vermutungen, dass Altenbruch schon viel älter ist, aber wir können stolz sein auf 725 Jahre belegte Geschichte. Viele Generationen haben im Laufe der Jahre hier in Altenbruch gelebt und gearbeitet und Zeugnis davon abgelegt. Sie haben immer das Bestreben gehabt diesen Ort, unser Dorf, lebens- und liebenswert zu gestalten. Unsere Aufgabe ist es, das von den Vorfahren Ererbte anzunehmen und weiterzuentwickeln. Unser Bestreben soll es sein, unser schönes Altenbruch als liebenswerten Ort mit einem tollen Gemeinschaftsgefühl zu erhalten und weiter zu gestalten, damit auch unter anderem die Neubürger sich schnell als echte Altenbrucher fühlen. Das erhoffe ich mir als Ortsbürgermeister ganz besonders. Unserem Jubiläumsfest wünsche ich einen guten Verlauf und allen Beteiligten viel Spaß und Freude. Möge unser schönes Altenbruch noch lange leben, blühen, wachsen und gedeihen.

    Jörg-Heinrich Ahlemeyer Ortsbürgermeister Altenbruch

     

    Vorweg

Zwölf Seiten inklusive Festprogramm - es ist ein schönes Heft geworden, diese Beilage in den Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung zum Ortsjubiläum. Eine Chronik sollte es nicht werden, auch keine umfassende Darstellung über den Ort. Dafür hätte auch die doppelte Zahl an Seiten nicht ausgereicht. Viel zu umfangreich sind allein die Aktivitäten in den vielen Vereinen. Daher bitte ich um Verständ.nis, dass auf den folgenden Seiten vieles angerissen wird, einen Anspruch auf Vollständigkeit damit auf keinen Fall verbui ist. Gleiches gilt auch für die Seite »Alten brucher Gesichtersichten~. Die Auswahl der Personen ist ziemlich zufällig und schließt keinesfalls eine Wertung ein. Ihr Thomas Sassen

Bereits am Dienstag im Bürgerpark zu sehen und zu hören: das Heeresmusikkorps I aus Hannover.

1280 wird Altenbrucher Kirche erstmals erwähnt

Die Kirchengemeinde St. Nicolai ist bis heute das lebendige Zentrum des Ortes

 

Ein Altenbrucher Pastor war der Grund für die erste urkundliche Erwähnung des Ortes im fahr 1280. Deshalb wird in diesem Jahr das 725-jährige Bestehen gefeiert.

Tatsächlich ist die Ansiedlung vermutlich noch um einiges älter. Der Ursprung des ersten Kirchenbaus weist auf die Zeit um 1200 hin, heißt es in der Chronik von Carl-Wilhelm Tiedemann. Kirche und Ort gehören seither in der Geschichte zusammen. Das Schulwesen zum Beispiel beruhte auf einer Kirchenordnung und lange unterrichtete der Kantor der Kirche in der Lateinklasse und der Normalklasse. Viele fahre hatte der Superintendent des Landes Hadelnseinen Sitz in Altenbruch.

ImKirchturm wurden Landesdokumente, auch das Siegel, aufbewahrt. Den 45 Meter hohen Doppelturm der Kirche umranken viele Sagen. In dieser Form ist einzige Kirchturm weit und breit. Er ist von Anfang an ein unverwechselbares Er kennungszeichen des Ortes und findet sich deshalb auchauf fast allen historischen

Darstellungen. Später wurden ein Glockenturm und dann ein imposanter Chor hinzugefügt. Das Kulturleben in Altenbruch wurde bestimmt durch die Kirchenmusik und im Kirchendienst angestellte Musiker. Die Armenpflege oblag ebenfalls der Kirche, aber umgekehrt erhielt die Kirche auch namhafte Spenden von wohlhabenden Bürgern des Ortes, auch in Form von großartigen Kunstwerken.

Heute ist die Orgel mit ihrer über 500 Jahre dokumentierten Geschichte eine der ältesten Orgeln Europas. Sie ist, vor allem nach der sorgfältigen Restaurierung im ahre 2003, ein Magnet für Musikliebhaber aus nah und fern.

Pastor, Kirchenmusiker, Diakon, Sekretärin, Küster, Erzieherinnen und fast 100 ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen das kirchliche Leben. Gottesdienste unterschiedlicher Prägung laden zur Besinnung ein.

Mit Seniorenbetreuung, Besuchsdienst, Kinderund Jugendarbeit, in der Unterhaltung der Kindertagesstätte und des Friedhofs sowie im Kontakt zu örtlichen Vereinen und zum Ortsrat bietet sich die Kirchengemeinde als »für alle offen- an.

Jeder Drachenfan kennt Altenbruch

Mit Verkehr hat der Verein eigentlich nicht viel zu tun, außer natürlich mit dem Fremdenverkehr. Gegründet -wurde der Altenbrucher Verkehrsverein 1978, nachdem durch Kriegswirren der Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs von 1895 nicht mehr existierte.

Die Gründer hatten erkannt, dass für die Förderung des Tourismus dringend etwas getan werden musste. Die Gästevermittlung wurde intensiviert, für Einheimische und Touristen ein Fest- und Unterhaltungsprogramm organisiert mit Bürgerparkfest, Kinderfest, Fischgrillen, Konzerten und Ausstellungen im Blauen SaIon, Klönabenden und Dichterlesungen am Kamin der Villa Gehben und vielem mehr. Es wurde eine enge Zusammenarbeit mit der Kurverwaltung und den anderen Verkehrsvereinen vorangetrieben, ohne dabei das Charakteristische Alten bruchs aus dem Auge zu verlieren.

Ein Infoheft (30 000 Auflage), in dem auch die Aktivitäten der anderen ortsansässigen Vereine und Verbände und ihre Termine veröffentlicht werden, bringt der Verkehrsverein jährlich heraus. Zu einer Großveranstaltung entwickelte sich das Internationale Drachenfestival und Strandfest, das seit 1989 zu den größten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland und in Europa zählt. Drachenbauer, sogar aus China, Japan und Neuseeland, und bis zu 35 000 Zuschauer gehörten zu den Besuchern. In diesem Jahr findet das Event zum 17. Mal statt, und zwar vom 12. bis 14. August am Altenbrucher Hafen. Unterstützung bekommt der Verkehrsverein von der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH und dem Altenbrucher Ortsrat als Mitveranstalter und etwa 250 freiwilligen Helfern aus Altenbruch.

Ein Bauerndorf mit Seeanbindung

AItenbruch - was bedeutet dieser Ortsname eigentlich. Möglicherweise bringt die plattdeutsche Version Olenbrook ein wenig Licht in die Historie. Laut Heimatforscher Hinrich Alpers heißt das Kirchspiel in den alten Akten bis zum Dreißigjährigen Krieg Oldenbrocke oder Oltenbrocke. Denkbar ist, dass die Bezeichnung etwas mit einem "Bruch,,in diesem Falle einem Deichbruch zu tun haben könnte.Entsprechend könnte es sich ein vernässtes Gelände gehandelt haben,das mit dem Namen Altenbruch be zeichnet worden ist. Eindeutige Erkenntnisse sind in der Literatur allerdings nicht zu finden.

Für den Handel hat der kleine Prielhafen heute keine Bedeutung mehr. Das war einmal ganz anders. So ist denn für das Erscheinungsbild Altenbruchs auch der Braakstrom, an den sich in südlicher Richtung der Altenbrucher Kanal anschließt, prägend. Heute hat der Braakstrom nur noch für die Entwässerung des tiefer gelegenen Sietlandes wirtschaftliche Bedeutung. Noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg war die Braake aber ein Wasserlauf, den auch klei nere Frachtschiffe mehr oder weniger intensiv nutzten. Ein letztes Speichergebäude neben der heutigen Apotheke zeugt noch von dieser Zeit, als hier vor allem Getreide und andere landwirtschaftliehe Produkte umgeschlagen wurden. Außerdem befanden sich auf Altenbrucher Gebiet einst bis zu sechs Getreidemühlen, auch eine Quelle des Wohlstands. Es wird mit Sicherheit auch kein Zufall sein, dass der heilige Nikolaus, der Schutzpatron der Seefahrer.

Namensgeber der Altenbrucher Kirche ist. Der Altenbrucher Hafen soll einst sogar den Vitalienbrüdern um Klaus Störtebeker niit ihren Schiffen Unterschlupf geboten haben.

Jahrhundertelang haben die Menschen in der blühenden Gemeinde vor allem mit der Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt verdient. Der besonders fruchtbare Marschboden war die Grundlage für einen beträchtlichen Wohlstand, immer vorausgesetzt, die Deiche waren so wehrhaft, dass sie die Fluten von den Ländereien fernhalten konnten. Handel und Gewerbe hatten auch ihren Platz im Ort. Müller, Getreide- und Viehhändler verdienten lange Zeit gutes Geld.

Bis vor wenigen Jahrzehnten gehörten auch zahlreiche Geschäfte zum Ortsbild. Leider ist deren Zahl in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen.

Mit der Entwicklung des Fremdenverkehrs im Nordseebad Cuxhaven entwickelte sich dieser Zweig auch in Altenbruch, wo es einst nicht nur eine eigene Badeanstalt, sondern sogar bis 1973 ein Strandhotel und eine Lesehalle gab. Auch heute tragen Bojenbad und Grünstrand sehr zur Lebensqualität für die Altenbrucher bei.

Villa Gehben: Ein Prunkstück im Jugendstil

Neben der Kirche ist die Villa Gehben das Prunkstück Altenbruchs. Bis zur Eingemeindung 1972 war sie der Sitz der Gemeindeverwaltung, das Rathaus Altenbruchs sozusagen. In Sanierung und Restaurierung des fast 100 fahre alten Gebäudes hat die Stadt Cuxhaven in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel investiert. Nachdem erst im vergangenen Jahr die Fundamente saniert und abgedichtet wurden, befindet sich die Bausubstanz insgesamt in einem relativ guten Zustand. Dennoch werden immer wieder größere Summen benötigt, um die Villa "fit « zu halten.

Gebaut wurde das herrschaftliche Anwesen in den fahren 1907/08 im damals modernen fugendstil für Ernst Gehben, einen Sohn Altenbruchs, der sich als Auswanderer in Amerika großen Wohlstand erarbeitet hatte. Das Heimweh seiner Frau nach der alten Heimat veranlasste ihn, sich im Alter wieder in Altenbruch niederzulassen. An einem Irrtum des Architekten Achmet Steinmetz soll es gelegen haben, dass das Gebäude in so prächtigen Abmessungen entstand. Angeblich, so wird hartnäckig behaupet, sind die ursprünglichen Meter-Maße des Bauplans von Tiffany in New York, die die Glasfenster im Vestibül liefern sollten, in Fuß übertragen worden.

Bis heute hat das wunderschöne Gebäude mit den hübschen Außenanlagen und dem Bürgerpark nichts von seinem Reiz verloren. Im Gegenteil: Bei Veranstaltungen und Führungen können sich Einheimische und Gäste ein Bild machen vom Wohn‑ und Lebensstil des Großbürgertums vor 100 fahren. Fast alle Räume sind entweder original erhalten oder in den vergangenen Jahren wieder entsprechend eingerichtet worden. In der Villa befindet sich heute die Verwaltungsstelle, ebenso wie das Büro des Verkehrsvereins und die Tourist‑Information. Außerdem hat hier die Ortsgruppe des DRK ihr Domizil und eine Heimatstube ist im Entstehen. Im Blauen Salon finden unter dem Ölporträt des einstigen Besitzers die Ortsratssitzungen statt.

Einer für alle - alle für einen

Es waren sicher nicht minder verantwortungsbewusste Altenbrucher Bürger als heute, die sich einst zusammenfanden, um eine Freiwillige Feuerwehr für den Ort zu organisieren. Das war vor 113 Jahren, genau am 6. Februar 1892. 24 Männer stellten sich schon damals für diesen Dienst zur Verfügung. Heute ist die Gruppe der Aktiven noch ein wenig größer, an den Prinzipien der Freiwilligen Feuerwehr, dem Dienst für das Allgemeinwohl hat sich bis heute nichts geändert. Die Aktiven sind nicht nur bei jeder Tages- und Nachtzeit, an Werk-, Sonn- und Feiertagen bereit auszurücken, wenn es einen Brand zu löschen oder Unfallopfer zu retten gilt, ohne die Feuerwehr wäre auch das gesellschaftliche Leben im Ort deutlich ärmer. Kaum eine Veranstaltung, bei der die Männer in ihren dunkelblauen Uniformen nicht mit anpacken, sei es beim Osterfeuer, beim Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung, beim Drachenfest oder beim Laternelaufen. Kurz gesagt: Altenbruch wäre nicht Altenbruch ohne seine Feuerwehr. Dabei reicht die Ge schichte dieser einsatzfreudigen Gemeinschaft noch viel weiter zurück als bis 1892. Als Vorläufer kann die laut dem Hamburger Karl Lohmeyer im Jahre 1672 gegründete -Feuergilde für Altenbruch und Lüdingworth« angenommen werden. Diese Gilde war eine freiwillige Vereinigung von Grundeigentümern beider Orte, die sich in ihren Statuten verpflichten -durch die Bereitstellung von Baumaterialien oder hierfür Geldeswert - sich im Feuersfalle gegenseitig zu unterstützen.Jedes Mitglied hatte hierfür je nach Größe des Anwesens wenigstens einen ledern Wassereimer, einen starken Nothaken und eine Sturmlaterne für die Feuerbekämpfung bereitzuhalten. Nachzulesen ist dies in der Jubiläums-Broschüre zum 100-jährigen Bestehen der Altenbrucher Feuerwehr. ie Altenbrucher Feuerwehr hat einen eigenen kleinen Fahrzeug- und Gerätepark und ein eigenes Gerätehaus mit einem gemütlichen Gemeinschaftsraum. 1992 wurde der moderne Erweiterungsbau in Dienst gestellt, der in Eigenleistung von den Mitgliedern der Wehr erstellt wurde. In gleicher Weise soll das Gebäude demnächst um weitere Räumlichkeiten aufgestockt werden.

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