Altenbrucher Feuerwehrmann restauriert Feuerwehrfahrzeuge

Rainer Nübels Herz schlägt für die Feuerwehr

Rund 75 Jahre alt ist diese Feuerwehrpumpe aus britischer Produktion, die später in Holland betrieben wurde und als Kriegsbeute nach Deutschland kam. Jetzt ist sie das Prunktstück der Altenbrucher Feuerwehr.

Vielleicht war es das glänzende Messing, das unter dem Schmutz von 30 Jahren Scheunenlager zu Tage kam, vielleicht auch der satte Sound des alten Opel-Motors oder die nostalgische Schlauchtrommel - jedenfalls war Rainer Nübel sofort infiziert vom Oldtimer-Virus, seit die Altenbrucher Feuerwehr im vergangenen Jahr die 75 Jahre Feuerlöschpumpe restaurierte.

Zuvor hatte der Anhänger viele Jahre unbeachtet in der Scheune eines Hadler Forellenzüchters gestanden , der damit einmal Teichwasser umgepumpt hatte. Der Leiter der Altenbrucher Jugend-feuerwehr, Burkhard Probst, wusste von dem Schatz im Hühnerstall, der schließlich zum günstigen Preis für die Altenbrucher Wehr erstanden werden konnte.

In Gemeinschaftsarbeit Pumpe restauriert

In Gemeinschaftsarbeit wurde das Gerät unter Leitung von Kfz-Meister Rainer Nübel zu einem Prunkstück aufgearbeitet. In der Werkstatt des Autohauses Nübel wurde zunächst der Opel-Vierzylinder-Motor zer-legt, restauriert und anschließend wieder zusammengebaut.Auch die anderen Teile der Pumpe wurden zerlegt, gereinigt,neu montiert, poliert und frisch lackiert.Die Wehrmitglieder Vater Herbert Nübel, Tochter Julia, Reiner Horeis, Christopher Krien, Karsten Dröge und Andre´Fliegel beteiligten sich an der Restaurierung, deren Ergebnis die Altenbrucher während des Festumzugs zum 75-jährigen Bestehen der Stickenbüttler Feuerwehr stolz präsentierten.

Kfz-Meister Rainer Nübel infiziert von Oldtimer - Virus

Inzwischen restauriert der Altenbrucher das zweite nostalgische Feuerwehrfahrzeug

Zum 100-jährigen Bestehen des Altenbrucher Turn-und Sportvereins im Sommer wollen die Blauröcke noch ein drauf legen. Bis dahin hofft Rainer Nübel auch seine neuste Errungenschaft wieder fahrtauglich zu haben.

Ein fast 40 Jahre altes ZLF 3000 (Zumischer-Lösch-Fahrzeug mit 3000 Liter Tank),das bis März 2001 bei der Betriebsfeuerwehr der Esso in Hamburg im Einsatz war.Die 400 Kilometer Überführungsfahrt wurde zum ersten Abenteuer.

Erst 13000 Kilometer auf dem Tachometer

Maschine, Bremsen-alles funktionierte tadellos.Einziger Wermutstropfen:die Farbe. Der Verkäufer ein Sammler und offenbar dem Technischen Hilfswerk verbunden-hatte die nostalgische Karosse von rot in blau umsptitzen lassen. Unmöglich für ein Feuerwehrauto meint der stellvertretende Ortsbrandmeister. Er will es nach der Restaurierung wieder in feuerwehrrot lackieren lassen.

Leider ist das nicht das Einzige, was an dem Magirus gemacht werden muss, weshalb der 49-jährige noch so manches Wochenende in der Werkstatt verbringen wird. Die 150 PS starke Maschine mit einem Hubraum von 9500 Kubikzentimeter ist übrigens noch kerngesund, was allerdings nicht wundert, wenn man den Tachostand abliest: 13000 Kilometer.

Stellvertretender Ortsbrandmeister Rainer Nübel mit seinem dunkelblauen Spielmobil, mit dessen Restaurierung er bereits begonnen hat. Der Aufsatz mit dem Tank ist schon demontiert.

Bei den Nübels in Altenbruch gehört die Feuerwehr zum Leben dazu. Rainer Nübel ist stellvertretender Ortsbrandmeister. Schon Vater, Großvater und Urgroßvater waren aktive Feuerwehrmänner und Tochter Julia ist auch schon dabei. Der 49-jährige ist allerdings der Erste in der Familie, der ein Feuerwehrauto restauriert. Anschließend soll der Magirus, ZLF 3000, wieder so aussehen, wie auf diesem Foto.

Feuerrotes Spielmobi war Star des Umzugs

Rechtzeitig zum Schützenfest hat Rainer Nübel Feuerwehr-Oldtimer betriebsklar

tas. - In einem hochglänzenden Feuerwehrrot, mit markantem schwar zem Kühlergrill, Kotflügeln und ei: nem satten Diesel-Sound - so präsentierte sich der Star des gestrigen Jubiläumsumzugs in den Straßen Altenbruchs. Anlässlich des Schützenfestes hatten alle örtlichen Vereine einen ein Kilometer langen Umzug organisiert. (Seite Schützenfest). Auf die Teilnahme mit seinem neuen Feuerwehr-Oldtimer hatte Rainer Nübel wochenlang hingearbeitet.

Mit Unterstützung von zwei Feuerwehrkamera den gelang es Rainer Nübel das 38Jahre alte Feuerwehrauto rechtzeitig wieder zusammenbauen.

Noch vor einem Monat hatte es noch gar nicht gut ausgesehen. Die Einzelteile des 38 Jahre alten Magirus Deutz Feuerwehrfahrzeugs mussten noch komplett neu lackiert werden. Für die anschließende Montage blieben am Ende nur noch wenige Tage. "In den vergangenen Wochen hat mein Mann fast täglich bis Mitternacht an seinem großen Spielzeug gearbeitet" schmunzelt Ehefrau Heike. Vom Hobby ihres Mannes ist auch sie begeistert, dreht sich doch in der Familie Nübel seit Generationen viel um die Feuerwehr. Während sie zu den,,finken Weibern" in der Ortsfeuerwehr von Altenbruch gehört, bekleidet Rainer Nübel das Amt des stellvertretenden Ortsbrandmeisters. Auch Vater Herbert, der gestern auf der Rückbank im Fahrzeug mitfuhr, ist ebenso wie Tochter Julia mit ihren 17 Jahren in der Altenbrucher Feuerwehr aktiv. Dank seiner Auto-Werkstatt hat der Kfz-Meister die besten Voraussetzungen, um seine beiden Hobbys miteinander zu verbinden.

Bis unmittelbar vor dem gestrigen Festumzug montierte der Kfz-Meister noch fehlende Zierleisten und wie hier die Typen- Schilder.

Vor einigen Jahren hatte er mit einigen Kameraden bereits eine nostalgi sehe Feuerwehr-Pumpe - die auch im Umzug mitfuhr - wieder aufgemöbelt. Als Nübel vor zwei Jahren im Internet zufällig auf das ehemalige "Zumischerlöschfahrzeug" der EssoWerksfeuerwehr aus Hamburg stieß, stand sein Entschluss schnell fest: "Daraus mache ich ein Sahnestück."

Auch technisch wieder fast im Originalzustand

Doch bis dahin war es ein mühsamer Weg, auch für einen Kfz-Meister mit Spaß an technischen Herausforderungen. Denn der Oldtimer war alles andere als in einem guten Zustand. Es fehlten wichtige Teile, der Rost hatte ganze Arbeit geleistet und statt feuerwehrrot, hatte der Vorbesitzer den Magirus in einem schmutzigen Blau gestrichen. All das ist Geschichte. Mittlerweile sieht der Feuerwehr-Oldtimer aus, als sei er just vom Werk ausgeliefert worden.

Bis auf ein paar kleine Details ist das Fahrzeug auch technisch wieder fast im Originalzustand. Wenn es darauf ankäme, könnte es mit seinem 3000 Liter Wassertank sogar noch einmal zur Brandbekämpfung eingesetzt werden. Aber daran denkt der stolze Besitzer nicht. Eher möchte er damit am Wochenende zusammen mit seiner Ehefrau gemütlich über Land fahren, "vielleicht zum Kaffee trinken in die Wingst." Ein bisschen Erholung haben beide nach den anstrengenden Wochen sicher auch nötig. Immerhin hat der Kfz-Meister einige Pfunde abgenommen. "Er hatte ia nicht einmal mehr Zeit zum Abendessen" verrät Ehefrau Heike.

Jetzt freuen sich Rainer und Heike Nübel auf eine gemütliche Kaffeefahrt über Land mit ihrer Aufsehen erregenden Ausflugskutsche.


 

 

 

 


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